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Alexander WAGENDRISTEL


Biografie

Flötist im Orchester der Vereinigten Bühnen Wien, Zusammenarbeit mit den Orfeo Flute Quartet und anderen Ensembles, 1988 gemeinsam mit Lukas Ligeti, Christian Minkowitsch und Friedrich Neubarth Gründung der Improvisationsgruppe Things ofNowNow, zahlreiche Konzerte; Solist und Lehrer Auszeichnungen: 1983-1985 einige Preise bei Jugend musiziert, 1985 Preisträger des Kompositionswettbewerbes Hast Du Töne? (ORF), Erster Preis des Kompositionswettbewerbes Neue Hausmusik, 1989 Förderungspreis der Stadt Wien, 1990 Förderungspreis des Landes NÖ, 1992 Staatsstipendium für Komposition der Republik Österreich, 1995 Förderungspreis der Theodor-Körner-Stiftung, 1996 Förderungspreis für Musik des BMWVK

Erste Kompositionsversuche mit vier Jahren, 1974-1980 Franz-Schmidt-Musikschule: Flöte (Robert Wolf), ab 1980 MHS Wien: Flöte (Werner Tripp), Diplom mit Auszeichnung 1988, Tonsatz und Komposition (Friedrich Neumann, Heinrich Gattermeyer, Erich Urbanner), Diplom in Komposition mit Auszeichnung 1990; Flötenseminar (Aurèle Nicolet), Darmstädter Ferienkurse (Helmut Lachenmann, Wolfgang Rihm u. a.)

Stil

Hauptträger meines musikalischen Denkens ist der Rhythmus, der entweder mathematisch berechnet oder als freie Wechselmetrik oder Polymetrik gestaltet sein kann. 1994/1997 Meist entsteht eine Kombination aus allen drei Elementen, wobei Permutationen, Interlockingtechnik und (strawinskysche) Fortspinnungs- und Zellenarbeit stets für größtmögliche Flexibilität sorgen. Vorausberechenbarkeit soll möglichst ausgeschaltet sein oder den Hörer auf falsche Fährten locken. Eine ähnliche Doppelbödigkeit kennzeichnet auch mein melodisch-harmonisches Denken - hier werden oft künstliche Tonalitäten (durch selbsterfundene Modi) oder gleichzeitig einander zum Zwölfton-Total oder einer anderen Summenstruktur ergänzende Materialien verwendet. Die harmonischen Möglichkeiten reichen vom Dreiklang, der aber in einem traditionelle Tonalität verhindernden Zusammenhang verwendet wird, bis zu Clustern und geräuschhaften Klangballungen. In meinen neuesten Werken wird auch verstärkt Mikrotonalität benützt. Alles ist auf Lebendigkeit hin konzipiert und oft auch mit etwas Humor verbunden, ich würde bei mir von surrealistischer Musik sprechen, auch da mich Dada und Surrealismus in Kunst und Literatur stark beeinflußt haben. Musikalische Einflüsse kann man bei mir von Strawinsky, Messiaen, mittelalterlicher Musik, außereuropäischer Folklore, Jazz und Rock bemerken, wobei diese nur sublimiert in meine Musik gelangen und voll in meinen Stil integriert werden. In neueren Werken bildet die Grundlage ein Proportionssystem, das sich sowohl auf die zeitliche Ausdehnung als auch auf die Frequenzen der verwendeten Töne (auf Basis der Ober-tonreihe) bezieht. Ab 1994 treten wieder verstärkt klangliche Einflüsse und Techniken der landläufig als Avantgarde bezeichneten Musik auf (nachdem schon 1988/1989 ein starker Einfluß von György Ligeti festzustellen war), das Musikdenken der Nachkriegs-Avantgarde hat auch dazwischen meine Denkweise beherrscht (auch wenn es manchmal nicht hörbar ist); beim besten Willen nicht übernehmen konnte und werde ich den selbstverliebten Pseudotiefsinn, das »eitle Nachlauschen der Generalpausen« (Zitat Franz Koglmann), die intellektuelle Hochstapelei der Avantgardisten (?) der dritten Generation, die die Szene in Wien beherrschen, wo wir offensichtlich weiterhin dem Lauf der Musikgeschichte 30 Jahre nachhinken. Musik kann auch anders sein (und hat meiner Meinung nach auch anders zu sein!) als Selbstbespiegelung und Klage über die ach so schlechte Welt. Meine Musik ist komplex, bemüht sich aber um Verbindlichkeit und Plastik der Aussage.

Publikationen

Mehr als 100 Kompositionen, vorwiegend Kammermusik, aber auch Bühnen-, Orchester-, Chor-, Klavier-, Orgel- und elektronische Werke: u. a. 2 Opern (Der Narr op. 45), 2 Symphonien, TYPHON für Klavier und Orchester op. 89, WING für Harfe und Kammerorchester op. 98, Don’t Stop Me Now für Kammerorchester op. 114, FRUIT für Altsaxophon und großes Ensemble op. 109, LOVE TRAIN für Violoncello und acht Instrumente op. 111, 4 Streichquartette, 3 Saxophonquartette

Aufführungen in Österreich, Deutschland, Schweiz, Italien, Slowenien, Tschechien, Ungarn, Ägypten, Taiwan und USA

Rundfunkaufnahmen (ORF), 3 CDs

Verlage: Apoll-Edition, Edition ContempArt, Urbanek, Eigenverlag

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