Sonja HUBER
Werke
Lebenslauf
geb. 1980 in Wiener Neustadt
1998 Matura mit Auszeichnung
Studien
1998 – 2006 Studien an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien:
Komposition (Michael Jarrell, Detlev Müller-Siemens), 2004: Diplom mit Auszeichnung, Mag. art.
Musiktheorie (Dieter Torkewitz), 2006: Diplom mit Auszeichnung, Mag. art.
Konzertfach Klavier (Jürg von Vintschger, Stephan Möller-Spaemann), 2006: Diplom, Mag. art.
Komposition: Meisterkurse u.a. bei Helmut Lachenmann und Hanspeter Kyburz
Klavier: Meisterkurse u.a. bei Oleg Maisenberg und Noel Flores
2005 – 2011 Doktoratsstudium Musikwissenschaft: Dissertation zum Thema „Klavierkonzerte an der Schwelle zum 21. Jahrhundert“ (Betreuung: Martin Eybl), 2011: Rigorosum mit Auszeichnung, Dr. phil., Anerkennungspreis für Wissenschaft des Landes Niederösterreich 2012
2015 – 2020 Studium Katholische Fachtheologie an der Universität Wien, Mag. theol. (Diplomarbeit in Kirchengeschichte, zum Thema: „Klara von Assisi und die ‚Armen Frauen von San Damiano‘ im Kontext der Ordensregulierungen des 13. Jahrhunderts“, Betreuung: Thomas Prügl)
2020 – 2025 Doktoratsstudium Katholische Fachtheologie an der Universität Wien,
Dissertation im Bereich Theologische Grundlagenforschung zum Thema: „‚… eingetreten in den Schabbat‘. Eine Theologie des Karsamstags unter besonderer Berücksichtigung jüdischer Perspektiven“ (Betreuung: Wolfgang Treitler), Jänner 2025: Rigorosum mit Auszeichnung, Dr. theol.
universitäre Lehrtätigkeit
2008 – 2012: Universität für Musik und darstellende Kunst Wien:
2008/09 Satzlehre, Gehörbildung, allgemeine Musiklehre am Leonard-Bernstein-Institut
2009 – 2012 Satzlehre und Gehörbildung am Anton-Bruckner-Institut
2011 – 2012 auch Formen- und Strukturanalyse am Institut für Analyse, Theorie und Geschichte der Musik
2013 – 14: Universität Wien, Institut für Musikwissenschaft („Zur Analyse der Musik des späten 20. Jahrhunderts“)
2014 – 15: Universität Wien, Institut für Philosophie („Paul Celan und Harrison Birtwistle“, gemeinsam mit Violetta Waibel)
weitere berufliche Tätigkeiten
2005 – 2012 freie Mitarbeiterin des Verlages Universal Edition (Herausgeberin, Erstellen von Klavierauszügen, Korrektorin)
freischaffende Komponistin, Aufführungen in Europa und den USA
2013: Teilnahme am FWF-Projekt „Patterns of Intuition“, Projektleiter: Gerhard Nierhaus, Universität für Musik und darstellende Kunst Graz, Institut für Elektronische Musik und Akustik
bis 2015 solistische und kammermusikalische Konzerttätigkeit als Pianistin, zahlreiche Uraufführungen, Repertoireschwerpunkte: Wiener Klassik und zeitgenössische Moderne
2019 – 2021 Leitung des Stiftschors Neukloster Wiener Neustadt und der Wiener Neustädter Instrumentalisten
Publikations- und Vortragstätigkeit,
im Bereich Musikwissenschaft: Forschungsschwerpunkt 20. und 21. Jahrhundert,
im Bereich Theologie: Forschungsschwerpunkt christlich-jüdische Beziehungen, Entwicklung einer christlichen Theologie ohne Antijudaismen
2026: Postdoc-Track-Stipendiatin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
(Forschungsprojekt: "Die Rezeption des Buches Esther in der Zeit der Aufklärung, exemplifiziert am Oratorium 'Esther' (1774) von Cristiano Giuseppe Lidarti")
weitere Tätigkeiten
Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Zeitgenössische Musik (2003 – 2009)
freischaffende Fotografin, Einzelausstellungen mit Naturfotografie ab 2018 (u. a. „Quo Vadis“ Wien, Bildungshaus Stift St. Georgen am Längsee, Bildungshaus Schloss Krastowitz, sGalerie Wiener Neustadt im Rahmen der NÖ-Landesausstellung, Haus der Begegnung Eisenstadt, Haus der Frauen St. Johann bei Herberstein)
Preise und Anerkennungen (Auswahl)
Wiener Symphoniker-Stipendium, 2006
Kulturanerkennungspreis für Musik der Stadt Wiener Neustadt, 2006
Kulturanerkennungspreis für Musik des Landes Niederösterreich, 2010
Förderungspreis der Stadt Wien, 2011
Arbeitsstipendium des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur, 2012
Anerkennungspreis für Wissenschaft des Landes Niederösterreich 2012
Theodor-Körner-Preis 2013
Arbeitsstipendium des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur, 2014
Preisträgerin des Kompositionswettbewerbes Allegro Vivo / INÖK / Kulturabteilung Land NÖ 2022/23
Stil
Beim Komponieren gehe ich von der Idee der „absoluten Musik“ aus, die Werktitel entstehen zumeist erst während bzw. nach der Arbeit an einem Stück. Nur gelegentlich sind außermusikalische Inspirationsquellen Auslöser für mein kompositorisches Schaffen.
Hatten mir in den 2000er-Jahren noch Systeme verschiedener Art als Ausgangspunkte eines Werkes geholfen, so arbeitete ich ab etwa 2010 immer mehr in der Art, dass ich zu Beginn eines Stückes seinen Verlauf und sein Ende nicht vorausplanen wollte. Die Wege entstehen nun im Gehen, im Erlauschen des innerlich Gehörten und dem Erspüren von passenden Entwicklungen und Proportionen.
Lange Zeit über stand ich einer allzu direkten Übernahme tonaler Harmonik, Rhythmik, Gestik und formaler Gestaltung grundsätzlich skeptisch gegenüber. In meinem heutigen Schaffen hingegen integriere ich verschiedenste Ausdrucksformen, eine Vielfalt musikalischer Stile.
Mein Wunsch ist es, für ein Publikum zu schreiben, welches offen und vorbehaltslos bereit ist, mit meiner Musik auf „Abenteuerreise“ zu gehen. Auch ich selbst lasse mich gerne während des Schreibens von meiner Musik überraschen.
Publikationen
Kompositionen ab 1999
Orchester:
„Puzzle II“ für Kammerorchester (2012)
„Puzzle“ für Orchester (2010)
„Spurensuche“ für Orchester (2005)
„Pas de...“ für großes Orchester (2004)
Kammermusik:
„not just the climate” für Tenorsaxophon, Klavier und Kontrabass (2024)
„Without music there is no silence” für Flöte, Klarinette, Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass und Dirigent/-in (2023)
„Asopravvivemento. R. I. P. 1962 – 1965” für Blechbläserquintett (2023)
„Eight-five. To M. B.“ für Flöte, Klarinette, Trompete, Posaune, Perkussion, Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass und Live-Elektronik (2022)
„between. Intermorphosis“ für Klaviertrio (2022)
„Kangchendzönga“ für Streichquartett (2022)
„Hydrangea“ für Klavier vierhändig (2014)
„Collage à Beethoven“, „Calystegia sepium“ für zwei Klaviere (2012/14)
„Double“ für zwölf Bläser (2 Fl., 2 Ob., 2 Kl., 2 Fg., Hr., Trp., Pos., Tu.) (2013/14)
„Fun-faren“ für Saxophonquartett (2013)
„Katalog“ für zwei Klaviere (2012)
„Visionen“ für Ensemble und Elektronik (2012)
„Dickicht” für Oboe, Klarinette und Fagott (2011)
„Petits Fours“ für Violine, Violoncello und Klavier (2011, revid. 2014)
„Stationen” für Violine, Viola, Violoncello und Klavier (2008/09)
„Gesammelte Federn” für Fagott und Kontrabass (2009)
„Domino” für vier Schlagwerker (2008)
„et alors” für Klarinette, Violine und Violoncello (2007)
„maintenant” für Flöte, Oboe, Klarinette, Violine, Viola, Violoncello und Klavier (2007)
„pourquoi comment“ für Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier (2007)
„Vier auf einen Streich“ für zwei Violinen, Viola und Violoncello (2004)
„Der Mann, der Erdrutsche sammelte“ für Sopran, Oboe, Klarinette, Violine und Violoncello (2004/09)
„con-fusion“ für Flöte, Klarinette, Violine und Violoncello (2004/05)
„à droite“ für Violine, Violoncello und Klavier (2004)
„d´accord II“, Nonett für Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Horn, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass (2003)
„Dichtung“, Oktett für Klarinette/Bassklarinette, Fagott, Horn, Tuba, Violoncello, Kontrabass, Harfe und Tamtam (2002)
Streichtrio (2002)
Trio für zwei Violinen und Klarinette (2001)
Sextett für Klarinette, Fagott, Violine, Kontrabass und zwei Schlagzeuger (2001)
Quintett für Klarinette, Fagott, Violine, Kontrabass und Schlagwerk (2000)
Lieder für Sopran solo / Sopran und Klavier (2000)
Musik für Sopran und Violoncello (1999/2000)
Quartett für Streichtrio und Violoncello (1999)
„Contradictions“ für Saxophon und Klavier (1999)
Werke für Soloinstrumente:
„Flow“ für Violoncello (2020)
„Turnender Älpler“ für Violoncello (2020)
„beyond“ für Violoncello (2016)
„catch up“ für Violoncello (2013)
„Switch“ für Klavier (2012/13)
„Fun-fare“ für Bariton-Saxophon (2013)
„Weiße Zwerge” für Klavier (2010/11)
„va-et-vient” für Klavier (2008)
„Lockvogel“ für Trompete (2006)
„Gratwanderung“ für Klavier (2006)
„Chemins“ für Orgel (2005, revid. 2013)
„d´accord I“ für Klavier (2003)
„Hors d´oeuvre“ für Klavier (2002)
Verzeichnis wissenschaftlicher Publikationen
1. theologische Publikationen
a. Monographien:
„… eingetreten in den Schabbat”. Eine Theologie des Karsamstags unter besonderer Berücksichtigung jüdischer Perspektiven, Verlag Karl Alber, Baden-Baden 2025, 647 S.
b. Artikel in Zeitschriften:
„God as an incarnated Jew – a contradiction in terms?”, in: Interdisciplinary Journal for Religion and Transformation in Contemporary Society, 2024, ISSN: 2364-2807, siehe: https://doi.org/10.30965/23642807-bja10114
„‚Kar‘-Samstag vs. עונג שבת (Schabbatfreude): Zur möglichen Überwindung einer Dichotomie im Dienste des Kampfes gegen Antijudaismus“, in: Dialog Du Siach 140 (Juli 2025), 39–45.
„Der Karsamstag als Schabbat: Zeit der Freude und des Erlöstseins“, in: „Dein Wort. Mein Weg“, 2 (2026) (Druck in Vorbereitung)
2. musikwissenschaftliche Publikationen
a. Monographien:
Das zeitgenössische Klavierkonzert. Analysen zu M. Feldman, M. Jarrell, G. Kühr, H. Lachenmann, G. Ligeti und W. Lutosławski, Böhlau-Verlag, Wien/Köln/Weimar 2014, 276 S.
b. Herausgeberschaft:
Richard Strauss: Konzert für Waldhorn und Orchester Nr. 1, Es-Dur, op. 11 (1882), Universal Edition, Wien 2009.
c. Artikel in Zeitschriften und Sammelbänden:
„Gewaltig viel Noten… gerade so viel Gulden, als nötig“, in: Musiktheorie, 20 (2005), 2, 151–165 (zu einem Autograph W. A. Mozarts zur „Entführung aus dem Serail“).
„Der austauschbare Solist und die Auswirkungen von Selbstzitaten: Zum Verhältnis von Solist und Orchester in Michael Jarrells „Abschied“ für Klavier und Orchester“, in: Seiltanz. Beiträge zur Musik der Gegenwart, 5 (Oktober 2012), 32–41.
„Klavierkonzert heute: Bewahrung der Tradition oder Experimentierfeld für Neues?“, in: Die Tonkunst. Magazin für klassische Musik und Musikwissenschaft, 6 (Juli 2012), 3, 368–373.
„Witold Lutosławski: Concerto for Piano and Orchestra. Ein Beispiel zur Weiterführung der Gattungstradition”, in: Musik & Ästhetik, 17 (Oktober 2013), 68, 32–51.
„Skurrile Dichter, Festivalleiter und Totgesagte. Eine selektive Skizze klassischer österreichischer Pianisten in Geschichte und Gegenwart”, in: Österreichische Musikzeitschrift 69 (2014), 3.
„Gerd Kühr“, Lexikoneintrag für „Komponisten der Gegenwart“ (Lose-Blatt-Lexikon), hg. von Hanns-Werner Heister und Walter-Wolfgang Sparrer, 51. Nlfg., 2/14, 33 S.
„Detlev Müller-Siemens“, Lexikoneintrag für „Komponisten der Gegenwart“, hg. von Hanns-Werner Heister und Walter-Wolfgang Sparrer, 30 S., 2018.
Artikel „Albrecht, Marc“, „Davies, Dennis Russell“, „Falla, Manuel de“, „Huber, Klaus“, „Lutosławski, Witold“, „Reich, Steve“, „Reicha, Anton“, „Villa-Lobos, Heitor“ und „Wolff, Hugh“, in: Heidlberger, Frank; Schröder, Gesine; Wünsch, Christoph (Hgg.): Lexikon des Orchesters. Orchester und Ensembles weltweit. Geschichte und Aufführungspraxis. Komponisten und Dirigenten. Orchesterpraxis (2 Bde.), Laaber 2021.




